Der schweizerische Staatsrechtler und Laientheologe Carl Hilty (1831 – 1909) soll einmal gesagt haben:

„Liebe ohne Wahrheit bessert nicht. Wahrheit ohne Liebe heilt nicht.“

Wie sieht es bei uns Christen in dieser Hinsicht aus? Reden wir mit unserem Mitmenschen liebevoll und wahrheitsgemäß?

Meines Erachtens kann die Wahrheit ohne Liebe nicht heilen, sondern andere Leute nur bloßstellen, verletzen und verurteilen. So haben die Pharisäer damals ihre Mitmenschen behandelt, anstatt ihre harten Herzen anhand der Heiligen Schrift zu prüfen und den eigenen verlorenen Zustand zu erkennen.

Heutzutage haben wir es mit einem anderen Phänomen zu tun – mit der Liebe ohne Wahrheit. Denn manche Christen tun sich oft schwer, in ihrem Leben beides zu praktizieren. Sie reden ihrem Nächsten lieber nach dem Mund und haben kaum Mut, unangenehme Themen anzusprechen: z.B. Sünde, Gottes Gnade und Gericht, Gehorsam, Verbindlichkeit, Gemeindemitgliedschaft, Rechenschaft ablegen. In Bezug auf die Sünderin aus dem Johannesevangelium 8 hat unser Herr Jesus Christus jedoch beides im Blick gehabt – Wahrheit und Liebe –, weil Er die Wahrheit (Joh 14:6) und die Liebe (1.Joh 4:16) in Person ist:

✝️ Jesu Wahrheit deckte ihre Sünde auf und

💟 seine Liebe bot dieser Frau die Vergebung und Freundschaft an.

Anstatt diese Frau für ihr ausschweifendes Leben hinzurichten bzw. zu steinigen, was die religiöse Elite damals sehr wahrscheinlich getan hätte, hat Jesus sie aufgerichtet, Sünden vergeben und Heil zugesagt: „So verurteile ich dich auch nicht. Geh hin und sündige nicht mehr!“ (Joh‬ ‭8:11‬)

Autor: Dimitri Minakov

Jesus vergibt der Sünderin